Erstmals nach den letztverfügbaren Wohnbaustatistik-Daten des Jahres 2002 werden nun aktuelle Ergebnisse über die in den Jahren 2005 bis 2009 neu errichteten Gebäude und Wohnungen veröffentlicht. Wegen des Fehlens von Wiener Daten beziehen sich die hier dargestellten Inhalte auf das Bundesgebiet ausgenommen Wien. Aufgrund von Meldeausfällen sind diese Zahlen aufgeschätzt. Trotzdem dürften die Ergebnisse noch immer von Untererfassungen beeinflusst sein. Sie sind daher nur mit Vorsicht zu interpretieren und zu verwenden.
Im Jahr 2009 wurden in Österreich ausgenommen Wien knapp
Bei Betrachtung des vorherrschenden Verlaufs innerhalb der aktuellen Berichtszeiträume fällt für Österreich ohne Wien
ein tendenziell nach oben gerichteter Wohnbautrend auf. Der Anstieg der Wohnbauleistung
erreichte mit dem Jahr 2007 seinen Höchststand. Ab dem Berichtsjahr
2008 wird ein Rückgang deutlich, der möglicherweise einen gewissen
– wenn auch nur geringen – Bezug zu der ab diesem Jahr evidenten
Wirtschafts- bzw. Finanzkrise haben könnte (diesbezüglich mögliche
Einbrüche betreffen eher den freifinanzierten Wohnbau). Die jeweilige
Anzahl der in den letzten beiden Berichtsjahren neu errichteten Wohnungen
liegt aber immer noch über jener von 2005 und 2006.
Insgesamt ist davon auszugehen, dass ein Gutteil der hier angesprochenen
Rückgänge trotz der die Nachmeldetätigkeit berücksichtigenden Aufschätzung
noch immer auf ein geringeres und insbesondere verspätetes Meldeverhalten
der Gemeinden zurückzuführen ist. - Die Datenqualität nimmt ab, je
aktueller der Berichtszeitraum ist.
Im Vergleich zum Mittelwert (Median) der in den Jahren 1998 bis 2002 in Österreich ohne Wien fertiggestellten Wohnungen liegt die Anzahl der 2007 neu geschaffenen
Wohneinheiten um mehr als 2 Prozent darüber. Die anderen aktuellen Berichtszeiträume zeigen (zum Teil deutlich) unter diesem
Schnitt befindliche Werte: Das Jahr 2005 mit einem Anteil von fast einem
Fünftel, 2006 und 2009 mit jeweils rund einem Zehntel, 2008 mit ca.
einem Zwanzigstel.
Jenes Bundesland, das im Vergleich zu früher auffallend gute Entwicklungen
aufzeigt, ist Vorarlberg. Auch Oberösterreich und Salzburg weisen für
die meisten der hier behandelten aktuellen Berichtszeiträume vergleichsweise
hohe Neubauwerte aus. Ausnahmen bilden dabei in Salzburg insbesondere
das Jahr 2005 gefolgt von 2006. Auch in Oberösterreich ist im Jahr
2006 eine geringere Anzahl neuer Wohnungen im Vergleich zum früheren
Mittelwert der Wohnbaustatistik zu bemerken. Tirol weist nur für 2007
einen überdurchschnittlichen Anteil an neu geschaffenen Einheiten aus,
in den restlichen Berichtsjahren liegen die Werte hier (teils deutlich)
darunter. Jene Bundesländer, die grundsätzlich eine unterdurchschnittliche
Tendenz bei der Wohnbautätigkeit (mit meist hohen Anteilen) ausweisen,
sind die Steiermark, Burgenland und Kärnten. Mit Ausnahme der Jahre
2007 bzw. auch 2008, in denen ein besseres bzw. dem früheren Niveau
entsprechendes Ergebnis vorherrscht, ähnelt Niederösterreich dem zuvor
angesprochenen Bild der südöstlichen Bundesländer.
Vor diesem Hintergrund ist folgende Verteilung der aktuelleren Wohnbautätigkeit nach Bundesländern (ausgenommen Wien) zu berichten: Mit nur geringen Schwankungen in den einzelnen Berichtsjahren wurden zwischen 2005 und 2009 die meisten Wohnungen in Niederösterreich (ca. 24%) gefolgt von Oberösterreich (durchschnittlich ein Fünftel) errichtet. Die Steiermark und Tirol weisen jeweils einen Anteil von grob einem Siebentel aus. Etwa jeweils rund 8% aller Wohnungen wurden in Salzburg, Vorarlberg und Kärnten gebaut. Die Wohnbautätigkeit im Burgenland beläuft sich im Durchschnitt auf weniger als 4%.
Die Wohnbauraten beschreiben die regionalen Verhältnisse der Anzahl
der neu geschaffenen Wohnungen pro
Jeweils rund 93% aller in den Jahren 2005 bis 2009 neu errichteten Gebäude
in Österreich ohne Wien dienen überwiegend zu (privaten) Wohnzwecken.
Die meisten davon sind neue Einfamilienwohnhäuser (zu durchschnittlich
84% aller Wohngebäude).
Innerhalb der Nicht-Wohngebäude stellt die größte Gruppe an neuen
Objekten jene der Industrie- bzw. Lagergebäude dar (durchschnittlich
36% aller neuen Nicht-Wohnbauten). Dabei fällt auf, dass sich der entsprechende
Anteil erhöht, je aktueller der Berichtszeitraum wird. In den Jahren
2005 bis 2009 waren zwischen ca. 14 und knapp 17% aller neu errichteten
Nicht-Wohnobjekte Bürogebäude. Eher uneinheitlich erweisen sich die
einzelnen Jahresanteile für Gebäude des Groß- und Einzelhandels:
Wurden im Jahr 2005 noch etwas über 22% aller Nicht-Wohnbauten für
diesen Zweck errichtet, waren dies in den Jahren 2006 bis 2008 nur mehr
grob 16%, im Jahr danach nur mehr etwa 11%. Vergleichsweise homogen
stellt sich die Verteilung der Gebäude für Kultur und Freizeit bzw.
für das Bildungs- und Gesundheitswesen dar, die in den hier besprochenen
Referenzzeiträumen zwischen rund 13 und 15% an sämtlichen neuen Nicht-Wohngebäuden
ausmachten. In ähnlicher Höhe belaufen sich die Anteile der neuen
Hotels, Gasthöfe, Pensionen u. ä. (zwischen 10 und 14%). Die durchwegs
geringsten Werte sind für gemeinschaftlich genutzte Gebäude (Unterkünfte
bzw. Betreuungseinrichtungen für besondere Personengruppen wie z.B.
Heime für Senioren, Studenten, sozial Bedürftige, etc.) sowie für
Objekte des Verkehrs-, Nachrichtenwesens festzustellen (mit eher unregelmäßigen
Schwankungen etwa zwischen 2 und 4% aller neu errichteten Nicht-Wohngebäude).
Grundsätzlich ist beim Vergleich der Wohn- mit der Nicht-Wohnbautätigkeit einschränkend darauf
hinzuweisen, dass in den vorliegenden Daten die überwiegenden Nicht-Wohngebäude
(bzw. ggf. sogar darin befindliche Wohnungen) aufgrund von vermutlich
noch höheren Meldeausfällen deutlicher als Wohnbauten (und deren Wohnungen)
unterrepräsentiert sind. Dies erschwert die Beurteilung entsprechender
Unterschiede, die daher mit Vorsicht zu interpretieren sind. Die Qualifizierung
der aktuellen Datenlage basiert auch auf Vergleichen zu Grundgesamtheiten
aus der früher durchgeführten Wohnbaustatistik, also zu fertiggestellten
(Gebäuden mit) Wohnungen. Wenn gegenwärtig schon bei jenen Einheiten
(Wohngebäuden bzw. Wohnungen), die für Zwecke des Meldewesens hohe
Bedeutung für die registerführenden Gemeinden haben, Untererfassungen
zu vermuten sind, ist anzunehmen, dass diese bei Nicht-Wohnbauten vermehrt
vorkommen, da hier kein oder nur ein vergleichsweise geringer Bezug
zum Meldewesen bzw. zum hoheitlichen Verwaltungshandeln existiert.
Vergleichsweise homogen erweisen sich die Verteilungen innerhalb der einzelnen Berichtszeiträume bei den neu errichteten Wohnungen: In Österreich ohne Wien werden im Schnitt meist mehr als 88% aller Wohnungen mit neuen Gebäuden geschaffen. Der Rest kommt durch An-, Auf-, Umbautätigkeit an bereits bestehenden Gebäuden zustande (z.B. durch Dachgeschoßausbau). Innerhalb der Gruppe der mit neuen Gebäuden erzeugten Einheiten kommt natürlich den überwiegenden Wohnbauten die größte Bedeutung zu: Hier werden grob 9 von 10 neuen Wohnungen errichtet. Mehr als die Hälfte dieser Einheiten (53 bis 56%) liegt in Mehrgeschoßbauten.