Verurteilungen (Gerichtliche Kriminalstatistik)

Verurteilungsstatistik

Die Zahl der gerichtlichen Verurteilungen 2010 (38.394) ist im Vergleich zum Berichtsjahr 2009 um 1,4% (+526 Fälle) leicht gestiegen. Damit konnte der historische Tiefstand des Vorjahres nicht unterboten werden. Insgesamt gesehen ist die Verurteiltenziffer (bezogen auf 1.000 Strafmündige) des Jahres 2010 mit 5,30 die zweitniedrigste seit 1947 (seit Bestehen dieser Statistik).

Die Zahl der verurteilten Erwachsenen (18-Jährige und älter; 35.331) stieg gegenüber 2009 um 1,8% (+618 Fälle) an, wobei die Alterskategorie der Jungen Erwachsenen (18-20-Jährige; 5.246) leicht sank (-11 Fälle; -0,2%). Die Anzahl der verurteilten Jugendlichen (14-17-Jährige; 3.063) sank von 2009 auf 2010 etwas stärker als bei den Jungen Erwachsenen um 92 Fälle bzw. 2,9%.

Die Verurteilungen nach dem Strafgesetzbuch (33.033) verzeichneten 2010 gegenüber 2009 einen Anstieg um 0,1% (+34 Fälle). Gegliedert nach Deliktgruppen erfolgte bei einem Großteil der Abschnitte nach dem Strafgesetzbuch ein leichter Anstieg. Besonders stark gestiegen sind Verurteilungen nach den Delikten gegen die Rechtspflege (+182 Fälle, +17,1%), gegen die Zuverlässigkeit von Urkunden und Beweiszeichen (+100 Fälle, +9,6%) und gegen die Staatsgewalt (+71 Fälle, +8,5%). Am stärksten gesunken sind hingegen die Verurteilungen nach den strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben (-269 Fälle, -2,8%), fremdes Vermögen (-133 Fälle, -0,9%) und Ehe und Familie (-46 Fälle, -2,8%).

Die Schuldsprüche nach den Nebenstrafgesetzen (insgesamt 5.361 Fälle) nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 10,1% (+492 Fälle) zu, was hauptsächlich auf einen Anstieg der Verurteilungen aufgrund des Suchtmittelgesetzes um 11,1% (+435 Fälle) auf 4.363 zurückzuführen ist.

Wiederverurteilungsstatistik

Im Jahr 2006 wurden 38.566 Personen zu einer anderen als einer unbedingten Haftstrafe verurteilt oder aus der Haft bzw. einem Maßnahmenvollzug entlassen. Ein gutes Drittel (14.673 Personen; 38%) dieser Personen wurde bis Ende 2010 abermals verurteilt. Etwa zwei Drittel (23.893 Personen; 62%) kamen mit der Justiz nicht mehr in Konflikt. Etwas mehr als die Hälfte (53,7%) der wiederverurteilten Personen hatte im Berichtszeitraum genau eine Folgeverurteilung, ein Viertel (24,5%) zwei oder drei sowie ein gutes Fünftel (21,7) vier oder mehr Folgeverurteilungen.

Mit 39,9% war die Wiederverurteilungsrate der Männer deutlich höher als jene der Frauen (27,7%). Jugendliche (14-17-Jährige) hatten im Vergleich zu den anderen Altersgruppen (Alter zum Tatzeitpunkt der Ausgangsverurteilung) mit 62,7% die höchste Wiederverurteilungsrate. Etwa jeder zweite junge Erwachsene (18-20-Jährige; 52,4%) wurde wiederverurteilt, wohingegen 36,4% der Erwachsenen (21-Jährige und älter) im Zeitraum bis 2010 wiederverurteilt wurden. Weiters hatten Personen, die im Jahr 2006 bereits vorbestraft waren, im Zeitraum bis 2010 mit 53,2% eine mehr als doppelt so hohe Wiederverurteilungsrate wie die nicht vorbestraften Personen (25,5%).

Einschlägig wiederverurteilt im Sinne einer Verurteilung nach dem gleichen Abschnitt des Strafgesetzbuches bzw. dem gleichen Nebenstrafgesetz wurden im Beobachtungszeitraum 2006 bis 2010 insgesamt 8174 Personen bzw. 55,7% der Wiederverurteilten. Die höchsten Anteilswerte einschlägiger unter den Wiederverurteilungen gab es bei strafbaren Handlungen gegen fremdes Vermögen (69,1%), gegen die Ehe und Familie (64,95) und gegen Leib und Leben (55,7%). Auch wegen strafbarer Handlungen nach dem Suchtmittelgesetz wurden 57,7% im Zeitraum von 2006 bis 2010 einschlägig wiederverurteilt.

    
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Verurteilungen seit 1947PDFXLSX
Verurteilungen Jugendlicher seit 1947PDFXLSX
Verurteilungen Erwachsener seit 1947PDFXLSX
Verurteilungen nach Alter zum Tatzeitpunkt und Geschlecht seit 1975PDFXLSX
Verurteilungen nach Alter bei Rechtskraft des Urteils und Geschlecht seit 1975PDFXLSX
Verurteilungen nach Alter und Staatsangehörigkeit seit 1975PDFXLSX
Verurteilungen nach Sanktion seit 1975PDFXLSX
Verurteilungen nach Delikten seit 1975PDFXLSX
Verurteilungen nach Delikten 2009 und 2010PDFXLSX
Verurteilungen nach Geschlecht, Alter zum Tatzeitpunkt und Delikten 2010PDFXLSX
Verurteilungen nach Sanktion und Delikten 2010PDFXLSX
Wiederverurteilungsrate nach Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit und VorverurteilungPDFXLSX


Rechtskräftige Verurteilungen 1975 bis 2010

Rechtskräftige Verurteilungen nach Deliktgruppen 1980, 1990, 2000 und 2010

Rechtskräftige Verurteilungen nach ausgewählten strafbaren Handlungen 1980, 1990, 2000 und 2010



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