Zum Thema Gender-Statistik präsentiert Statistik Austria eine Zusammenstellung von Daten und Fakten zur Situation von Frauen und Männern in Österreich. Zielsetzung ist, mit Hilfe ausgewählter Statistiken einen kurzen Überblick zur wirtschaftlichen und sozialen Situation von Frauen und Männern in unterschiedlichen Lebensbereichen zu geben.
Die vorliegenden Ergebnisse zeigen beispielsweise, dass die Lebenserwartung der Frauen im Jahr 2010 um 5,5 Jahre über jener der Männer lag. In Zahlen ausgedrückt betrug die Lebenserwartung der Frauen 83,2 Jahre und jene der Männer 77,7 Jahre.
Stark aufgeholt haben Frauen sowohl hinsichtlich des Ausbildungsniveaus als auch der Erwerbsbeteiligung. Innerhalb der letzten zehn Jahre kam es zu einer Erhöhung der Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-jährigen Frauen von 59,4% auf 66,4%. Die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit ist jedoch in erster Linie auf einen Anstieg der Teilzeitarbeit zurückzuführen. Im Zehnjahresvergleich erhöhte sich die Teilzeitquote der Frauen von 32,3% (2000) auf 43,8% (2010).
Frauen verdienen auch immer noch deutlich weniger als Männer. Gemäß dem von Eurostat publizierten „Gender Pay Gap“, beträgt der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied gemessen an den Bruttostundenverdiensten in der Privatwirtschaft 25,5% (2010). Die damit verbundenen Einkommensnachteile sowie die unterschiedlichen Beschäftigungschancen von Frauen und Männern schlagen sich letztlich auch in niedrigeren Pensionen als auch in einem höheren Armutsrisiko nieder. Die Armutsgefährdung ist bei alleinlebenden Pensionistinnen (26%) und Ein-Eltern-Haushalte (28%) – dies sind fast ausschließlich Frauen mit ihren Kindern –am höchsten.
Neben den aktuellen Daten auf unserer Website finden Sie ausführliche statistische Analysen zur Entwicklung der Situation von Frauen in Österreich im „Frauenbericht 2010“. Daten zu ausgewählten Indikatoren für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind auf der Website von Eurostat unter „Gender equality indikators“ abrufbar.