Einkommen

Bezogen auf die Einkommenssituation von Frauen und Männern zeigen die Bruttojahreseinkommen auf Basis der Lohnsteuer, dass unselbständig beschäftigte Frauen im Jahr 2010 mit 18.270 Euro um rund 40% weniger verdienten als Männer mit 30.316 Euro brutto. Berücksichtigt man die Unterschiede im Beschäftigungsausmaß (Teilzeit, unterjährige Beschäftigung) und beschränkt den Vergleich auf ganzjährig Vollzeitbeschäftigte, dann lagen die Bruttojahreseinkommen der Frauen (30.775 Euro) immer noch um 19,1% unter jenen der Männer (38.056 Euro).

Im Zeitvergleich zeigen sich insgesamt keine wesentlichen Veränderungen. Betrachtet man die Entwicklung der relativen Einkommenssituation der Frauen im Vergleich zu den Männern, so blieben die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern in den letzten Jahren vergleichsweise stabil. Die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern gemessen an den mittleren Bruttojahreseinkommen aller unselbständig Erwerbstätigen lag sowohl 2000 als auch 2010 bei rund 40%. Bei den Nettojahreseinkommen ist ein leichter Rückgang der geschlechtsspezifischen Einkommensdifferenz zu beobachten. Netto verdienten Frauen im Jahr 2000 um rund 34,7% weniger als Männer. 2010 waren es 32,2%. Dies ist im Wesentlichen ein Effekt der Steuerreform 2009, bei der niedrige Einkommen etwas stärker entlastet wurden als mittlere und höhere Einkommen, sodass Frauen stärker als Männer davon profitierten.

Betrachtet man nur die ganzjährig Vollzeitbeschäftigten zeigt sich ebenfalls ein leichter Rückgang der geschlechtsspezifischen Einkommensdifferenz von 22,5% 2004 auf 19,1% 2010. Der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern hat sich bei öffentlich Bediensteten allerdings stärker verringert als in der Privatwirtschaft. Bei Beamtinnen und Beamten betrug der Rückgang 4,2 Prozentpunkte und bei Vertragsbediensteten 2,7 Prozentpunkte. Der Einkommensunterschied zwischen ganzjährig vollzeitbeschäftigten Arbeiterinnen und Arbeitern sank von 2004 auf 2010 dagegen um nur 1,1 Prozentpunkte und bei Angestellten um 0,4 Prozentpunkte.

Im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten zählt Österreich zu den Ländern mit den größten geschlechtsspezifischen Lohn- und Gehaltsunterschieden. Gemäß dem von Eurostat nach harmonisierten Standards für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union publizierten „Gender Pay Gap“, beträgt der geschlechtsspezifische Verdienstunterschied in Österreich 2010 25,5%. Dieser Indikator bezieht sich auf die Daten der Verdienststrukturerhebung und misst den relativen Unterschied zwischen den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten von voll- und teilzeitbeschäftigten Frauen und Männern in Unternehmen ab zehn unselbständig Beschäftigten in der Privatwirtschaft.

Analysen der Lohn- und Gehaltsunterschiede (PDF 2MB) von Frauen und Männern zum Einfluss unterschiedlicher Faktoren auf die geschlechtsspezifische Einkommensdifferenz machen darüber hinaus deutlich, dass weniger als die Hälfte durch beobachtbare Merkmale erklärt werden kann. Ein Teil der Differenz  beruht etwa auf der branchen- und berufsspezifischen Segregation des Arbeitsmarktes, wonach Frauen und Männer in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen und Berufen tätig sind. Ein weiterer Teil kann auf Unterschiede im Ausbildungsniveau sowie der Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und damit auf die Ausstattung mit Humankapital zurückgeführt werden. Der große Rest von 18,1% kann durch diese Faktoren nicht erklärt werden.

    
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Bruttojahreseinkommen von unselbständig erwerbstätigen Frauen und Männern im ZeitvergleichHTMLPDFXLSX
Bruttojahreseinkommen von Frauen und Männern nach sozialer Stellung 2010HTMLPDFXLSX


Differenz zwischen den mittleren Bruttojahreneinkommen von Frauen und Männern 2000 - 2010

Entwicklung der mittleren Bruttojahreseinkommen nach Geschlecht 2000 bis 2010

Dekomposition der geschlechtsspezifischen Lohn- und Gehaltsunterschiede

Dekomposition der geschlechtsspezifischen Lohn- und Gehaltsunterschiede


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