2010 waren 12% der Bevölkerung armutsgefährdet. Hochgerechnet auf die österreichische Gesamtbevölkerung
liegt dieser Wert mit 95% Vertrauenswahrscheinlichkeit zwischen 11,0%
und 13,2%, bzw. können zwischen
Auf Basis von EU-SILC (European Community Statistics on Income and Living Conditions) werden jährlich Daten zu Armut und sozialer Eingliederung vorgelegt. Eine ausführliche Darstellung aktueller Ergebnisse findet sich im Bericht „Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung in Österreich. Ergebnisse aus EU-SILC 2010“ (PDF 2,9 MB) in der Sozialpolitischen Studienreihe des BMASK (Bd. 8) und im dazugehörigen Tabellenband (PDF 1,2 MB). Die „Standarddokumentation zu EU-SILC 2010" befasst sich mit der Methodik der Erhebung.
Eurostat publiziert Zeitreihen der Indikatoren zu Armut und sozialer Eingliederung auf der Website der Statistiken über Einkommen, soziale Eingliederung und Lebensbedingungen. Ein in der europäisch vergleichenden Studie „Income and Living Conditions“ enthaltene Beitrag von Statistik Austria zeigt erstmals anhand von Paneldaten die Dynamik der Veränderungen bei nicht-monetären Benachteiligungen in den EU-Mitgliedstaaten. Eine ausführliche Fassung findet sich als Arbeitspapier „Towards an inclusion balance - accounting for gross change in Europeans' living conditions“ in der aktuellen Veröffentlichungsreihe von Eurostat zu methodologischen Fragen in EU-SILC.
Seit 2003 wird die Armutsgefährdung mit der Erhebung EU-SILC ermittelt, die Armutsgefährdungsquote lag zwischen 2003 und 2009 zwischen 12 und 13% (2009: 12,0%, 2008: 12,4%, 2007: 12,0%, 2006: 12,6%, 2005: 12,3%, 2004: 12,8%, 2003: 13,2%). Die Unterschiede sind jedoch auf Grund der Zufallsschwankungen nicht signifikant und daher nicht interpretierbar.
Als armutsgefährdet werden jene Personen bezeichnet,
deren äquivalisiertes Haushaltseinkommen unter einer Armutsgefährdungsschwelle von 60% des Medians liegt. Für
2010 liegt der Median des Äquivalenzeinkommens bei
Ein Maß für die Intensität der Armutsgefährdung ist die Armutsgefährdungslücke, die als Median der individuellen Abweichungen der Äquivalenzeinkommen der Armutsgefährdeten von der Armutsgefährdungsschwelle in Prozent dieser Schwelle ausgedrückt wird. Armutsgefährdete Haushalte haben ein um rund 17% geringeres mittleres Einkommen als der Schwellenwert.
Als besondere Risikogruppen werden jene mit einem Einkommen deutlich unter der Armutsgefährdungsschwelle identifiziert.
Grundlage für die Berechnung der Armutsgefährdung ist das äquivalisierte Haushaltseinkommen, dem verfügbaren Haushaltseinkommen dividiert durch die Zahl der Konsumäquivalente des Haushaltes. Unterstellt wird, dass mit zunehmender Haushaltsgröße und abhängig vom Alter der Kinder eine Kostenersparnis im Haushalt durch gemeinsames Wirtschaften erzielt wird (economy of scales). Zur Gewichtung wird die so genannte EU-Skala (modifizierte OECD-Skala) verwendet, um den Ressourcenbedarf eines Haushaltes zu berechnen: Eine allein lebende erwachsene Person wird dabei als Referen (=Konsumäquivalent) betrachtet und erhält ein Gewicht von 1. Der unterstellte Ressourcenbedarf steigt für jede weitere erwachsene Person um 0,5 Konsumäquivalente. Jedes Kind unter 14 Jahren wird mit 0,3 Konsumäquivalenten gewichtet. Ein Haushalt mit Vater, Mutter und Kind hätte somit ein errechnetes Konsumäquivalent von 1,8 gegenüber einem Einpersonenhaushalt.
Im Jahr 2010 galten in Österreich 17% der Bevölkerung
als ausgrenzungsgefährdet
nach Definition der Europa 2020-Strategie. Die Zielgruppe der Ausgrenzungsgefährdeten
umfasst somit mit 95% Vertrauenswahrscheinlichkeit zwischen 1,2 und
1,5 Millionen Menschen, die entweder armutsgefährdet oder erheblich materiell depriviert sind
oder einem Haushalte mit sehr geringer Erwerbsintensität ((nahezu)
Erwerbslosenhaushalte) leben. Als erheblich materiell depriviert gelten jene Haushalte,
auf die zumindest vier der folgenden neun Merkmale zutreffen: Der Haushalt
hat Zahlungsrückstände bei Miete, Strom oder Kreditraten; der Haushalt
kann keine unerwarteten Ausgaben tätigen; der Haushalt kann sich nicht
leisten: Heizen, ausgewogene Ernährung, Urlaub, PKW, Waschmaschine,
TV, Festnetztelefon oder Handy. Als (nahezu) Erwerbslosenhaushalte werden
Haushalte bezeichnet, in denen die Vollzeiterwerbsintensität (=Monate,
in denen Vollzeit gearbeitet wurde) der Haushaltsmitglieder im Erwerbsalter
(20
Die Europa 2020-Stratgie für ein intelligentes, nachhaltiges
und integratives Wachstum sieht vor, die Zielgruppe der Ausgrenzungsgefährdeten
innerhalb der nächsten zehn Jahre europaweit um 20 Millionen Menschen
zu reduzieren. Für Österreich bedeutet dies eine Reduktion um
Informationen zu Erhebung und für teilnehmende Haushalte finden Sie auf unserer Website EU-SILC.