Materialflussrechnung

Mit Hilfe der Materialflussrechnung ist es möglich, den physischen Austauschprozess zwischen Gesellschaft und Natur abzubilden. Dabei wird der Materialdurchfluss in vier großen Materialströmen - Biomasse, Metallische Erze, Nichtmetallische Mineralien und fossile Energieträger - dargestellt.

Der Anteil der inländischen Materialentnahme am gesamten Materialinput (inländische Entnahme plus Importe) liegt bei mehr als 66%, wobei der größte Teil auf Nichtmetallische Mineralien entfällt. Mehr als 20% des Materialinputs – hauptsächlich mineralische und biotische Rohstoffe, Holz sowie Halb- und Fertigwaren – werden exportiert.

Ein nicht unbeträchtlicher Anteil des eingesetzten Materials geht als Emissionen und Abfälle an die Natur zurück oder wird gezielt (beispielsweise als Dünger) ausgebracht. Rund drei Viertel des gesamten Materialumsatzes sind nicht erneuerbare Rohstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas, mineralische Materialien), das heißt, dass nur ein Viertel des Materialdurchsatzes den erneuerbaren Rohstoffen wie z.B. Biomasse angehört.

In Österreich ist der direkte Materialinput (DMI) von 1995 bis 2009 um 15,6% angestiegen, der inländische Materialverbrauch (DMC) erhöhte sich um 5,3%. Da das Bruttoinlandsprodukt im selben Zeitraum um rund 32% wuchs, konnte die Materialeffizienz (BIP/DMC) seit 1995 deutlich gesteigert werden. Die Materialeffizienz gibt an, wie viel wirtschaftliche Leistung in Euro pro Tonne Materialeinsatz erwirtschaftet wird - 2009 waren es 1,38 Millionen Euro gegenüber 1,10 Millionen Wertschöpfung pro 1.000 Tonnen Materialeinsatz im Jahr 1995.

Im Rahmen von Gesprächsrunden zum Ressourceneffizienz-Aktionsplan wurde von Vertretern der Wirtschaft die Vermutung geäußert, dass die in der MFA ausgewiesenen Mengen für mineralische Rohstoffe, und hier im Besonderen für Natursteine sowie Sand und Kies, unterschätzt sein dürften. Mit dem Projekt „Ressourcendaten – Verbesserung des statistischen Datenmaterials im Bereich natürlicher Ressourcen“ (PDF, 1 MB), beauftragt vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, wurde daher gemeinsam mit dem IFF (Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung - Soziale Ökologie der Alpen Adria Universität) die nationale, statistische Erfassung von Ressourcendaten in Form von Materialflüssen weiter optimiert und auf ein höchst mögliches Niveau gehoben. Dabei wurde eine Abschätzung der Gewinnung mineralischer Rohstoffe für den Zeitraum 1995 bis 2008 vorgenommen. Dieser Zeitraum wurde gewählt, weil ab 1995 (Beitritt Österreichs zur EU) die europäischen Wirtschaftklassifikationen NACE (Wirtschaftszweige) und PRODCOM (Güter) zur Anwendung kommen und damit eine in sich konsistente Zeitreihe der Basisstatistiken vorliegt. Aus diesem Grund wird in den Grafiken und Tabellen auch die Zeitreihe von 1995 bis 2009 dargestellt. Die Ergebnisse der Jahre bis 1960 zurück wurden unter Zuhilfenahme von Rechenmodellen rückgerechnet, die Ergebnistabellen finden sich im Anhang des Projektberichts 2009.

    
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Wirtschaftswachstum, Materialverbrauch und Materialeffizienz in Österreich 1995 - 2009



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