Formales Bildungswesen

Formale Struktur des österreichischen Bildungswesens

Wissen und Bildung werden sowohl in unbewussten Lernprozessen wie „Learning by Doing“ als auch in Form aktiver Lernprozesse in schulischer Ausbildung, Berufsausbildung und Weiterbildung erworben. Aktive Lernprozesse werden meist in einem institutionellen Rahmen initiiert und der Erfolg wird formal durch Abschlüsse bestätigt. Der institutionelle Rahmen des österreichischen Bildungssystems  bzw. die formale Struktur des Bildungswesens ist in der folgenden Grafik ersichtlich (Grafik als PDF 492KB).

Struktur des Bildungswesens

Bildung beginnt nicht erst mit Einsetzen der Schulpflicht sondern schon in den ersten Lebensjahren eines Kindes. Auf der untersten Bildungsebene (ISCED 0) lassen sich die verschiedenen Einrichtungen wie Krippen, Kindergärten oder Horte zur Betreuung von Kleinkindern nennen. Der Besuch dieser Einrichtungen ist freiwillig.

Im Alter von 6 Jahren setzt in Österreich wie auch in den meisten anderen Staaten die Schulpflicht ein. Die meisten Kinder besuchen die Volksschule, ein geringer Teil der schulpflichtigen Kinder die Sonderschule. Schulpflichtige aber noch nicht Schulreife Kinder werden in der Vorschulstufe der Volksschulen unterrichtet. Im Übergang von der vier-jährigen Primarstufe zur Sekundarstufe I (ISCED 2) erfolgt eine erste Differenzierung des Allgemeinbildenden Schulwesens in drei Schultypen: Allgemeinbildende höhere Schule, die Hauptschule und die Sonderschule. Letzterer Schultyp schließt institutionell beide Bildungsstufen in sich ein.

Die Sekundarstufe I wird mit der 8.Schulstufe beendet. Im Anschluss daran beginnt die Sekundarstufe II (ISCED 3), welche mit den Allgemeinbildenden höheren Schulen, der Berufsbildenden höheren Schule, der Berufsbildenden mittleren Schule und der Polytechnischen Schulen insgesamt vier Bildungsalternativen bietet. Für die meisten Kinder endet am Ende der 9.Schulstufe die Schulpflicht. Diese wird jedoch nicht Zwingenderweise durch den Besuch der 9.Schulstufe erfüllt, sondern kann auch durch die Repetition einzelner Schuljahre erfüllt werden. Die einjährige Polytechnische Schule stellt innerhalb des österreichischen Schulsystems eine Art Brückenfunktion zwischen der vierjährigen Sekundarstufe I (Unterstufe) und den Eintritt ins Berufsleben zur Erfüllung der neunjährigen Schulpflicht bzw. dem Eintritt in das duale System der Berufsausbildung (Besuch der Berufsschule und Lehre im Betrieb).

Nach Beendigung der allgemein- und Berufsbildenden Ausbildungsgänge bietet sich auf der Tertiärstufe (ISCED 5) die Möglichkeit der Aufnahme eines Hoch- oder Fachhochschulstudiums oder Akademie- oder Kollegbesuchs, deren Zugangsberechtigung durch die Reife-, Studienberechtigungsprüfung bzw. Berufsreifeprüfung erlangt wird. In den letzten Jahren wurde die Tertiärstufe erheblich ausgebaut. Zum einen durch die Einführung von Fachhochschulen, zum anderen durch die im Rahmen des Bolognaprozesses Differenzierung der Studiengänge in meist 6-8 Semester dauernde Bakkalaureatstudien und dem daraufhin anschließenden 2-4 semestrigen Magisterstudium, welche die herkömmlichen Diplomstudiengänge in Zukunft höchstwahrscheinlich schrittweise ersetzen werden.

Als formal höchsten Bildungsabschluss kann auf der ISCED-Stufe 6 das Doktorat erworben werden.

    
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